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Die
Zuteilung seitens des exchange.02-Komitees hat die beiden
grossen Schulen des Ober- stufenzentrums Derendingen/ Luterbach
(Kanton Solothurn) und des collège des Mousque-taires
von La-Tour-de-Peilz (Kanton Vaud) zusammengeführt. Die
zwei verantwortlichen Lehkräfte Patrick Heri und Frédéric
Gigon haben sich erstmals an der Eröffnungsveran-staltung
in Biel getroffen, wo sie schon die ersten hohen Hürden
der Terminabsprache mei-stern mussten: Der Solothurner war
als Teilpensenlehrer nur bereit, zwei Mal vier Tage zu in-vestieren,
zudem durften die beiden Besuche nicht im selben Schulquartal
stattfinden. Der Vaudois hatte sich an eine vom Collège
für sämtliche an exchange.02 teilnehmenden Klas-sen
bestimmte Woche zu halten. Tatsächlich schafften sie
es, die Woche nach Pfingsten und die letzte Augustwoche im
neuen Schuljahr als Austauschwochen für ihre Klassen
1d Bez und 7 VSB zu nageln.
So weit, so gut !
Am Info-Nachmittag in Biel wurden die beiden Lehrkräfte
aus den drei vorgestellten Projek-ten nicht sonderlich schlau,
so entschieden sie sich für das ihrer Meinung nach „sicherste“
Projekt, die artéplages. Geben wirs zu, der gesponserte
Expo-Besuch hat beide sehr zur Teilnahme am exchange.02 motiviert,
also wollten sie diese Motiva-tion auch ihren Schü-lerinnen
und Schülern weitergeben und sie nach den Expo-Tagen
zu Gruppenarbeiten an-halten, die zwar methodisch nicht gerade
„modern“, aber für die Lehrkräfte praktisch
vorzu-bereiten waren.
Nach einem zweiten Treffen der beiden Lehrer, in Neuchâtel,
wo die Expo-Baustelle noch den Anschein machte, sie würde
Monate weit weg sein von ihrer Fertigstellung, waren die Tandems,
welche/r Schüler/in zu wem schlafen geht, gebildet und
die Aufträge für die Expo-Besuche und deren Nachbearbeitung
grob erstellt. Das Rahmenprogramm am jeweiligen Be-suchsort
war Sache der ansässigen Lehrkraft.
Wie die erste Austauschwoche über die Bühne ging,
beschrieb der Schüler Andreas E. wie folgt :
Dienstag: 21.5.02
Um 7.30 Uhr trafen wir uns alle nochmals zu letzten Vorbereitungen
in unserem Klassen-zimmer. Es sollte ja nichts schief laufen!
Danach reisten wir gespannt zum Hauptbahnhof nach Solothurn
und hiessen die Romands um 9.15 Uhr willkommen. Das erste
flüchtige Ken-nenlernen fand sofort auf dem Bahnsteig
statt. Gemeinsam marschierten wir in Richtung BZ. Dort lagerten
wir das Gepäck unserer Gäste. Das Alte Spital war
gleichzeitig der Ausgangs-punkt unserer abwechslungsreichen
Stadt-Rallye. Am späteren Nachmittag stiegen wir alle
die Stufen zum St.Ursen-Turm hinauf und wurden oben mit einer
prächtigen Rundsicht be-lohnt.
Zwischen 17.30-18.00 brachten wir unsere Partner in ihr „neues“
Zuhause, d.h. in unsere ei-genen Familien. Es blieb gerade
genug Zeit um sich vorzustellen, das Zimmer zu beziehen und
etwas zu essen. Danach trafen wir uns erneut alle zu einem
gemeinsamen Kinobesuch in der Kantonshauptstadt. Kurz vor
Mitternacht endete dieser erste Tag.
Mittwoch: 22.5.02
Unsere Expo-Besuche starteten wir mit der Arteplage in Yverdon.
Dort besichtigten wir ver-schiedene Ausstellungen zum Thema
Ich und das Universum. Da die Zeit etwas drängte, konnten
wir leider nur einen Teil besichtigen. Das Iris-Schnellboot
brachte uns bereits über die Mittagszeit nach Neuchatel
zur Ausstellung Natur und Künstlichkeit. Auch dort galt
es ei-nige Eindrücke mitzunehmen, denn schnell war der
Tag vorüber. Etwas müde reisten wir zu unseren Familien
zurück und genossen dort einen gemütlichen Abend
mit unseren Kollegen aus der Westschweiz. Noch immer herrschte
ein Sprachengewirr und Kauderwelsch, aber ir-gendwie gelang
es stets, sich zu verständigen.
Donnerstag: 23.5.02
Mit einem Picknick und dem Regenschirm ausgerüstet gings
nach Biel. Macht und Freiheit stand heute auf dem Programm.
Es galt sich Gedanken zu verschiedenen Stationen zu machen:
Z.B. Empire of Silence, Happy End oder eine Fahrt im Einkaufswagen
durch Leben, Lust und Lohn zu unternehmen. Wieder zu Hause
angelangt galt es sich für das Abschluss-fest in der
Waldhütte in Subingen bereitzumachen. Bei Grilladen,
Musik und Tanz verbrach-ten wir einen weiteren gemütlichen
Abend mit unserer Gast-Klasse. Spät gings auch an die-sem
Abend ins Bett. Ich vermute, dass der eine oder die andere
bereits zweisprachig träum-te, nach so viel lebendigem
Sprachunterricht.
Freitag: 24.5.02
Das Gepäck bereits wieder gepackt, starteten wir diesen
Tag mit einer gemeinsamen Turn-stunde im Schulhaus. Das Mittagessen
in der Aula war gleichzeitig der Abschied von unse-ren Austauschkollegen.
Mit gemischten Gefühlen verabschiedeten wir unsere Gäste
am Nachmittag auf dem Perron. Ganz endgültig war der
Abschied ja nicht. Es steht uns allen noch ein Gegenbesuch
bevor. Lassen wir uns überraschen!
Der Gegenbesuch in der Romandie war eine Zeit lang nahe daran
ins Wasser zu fallen. Da der bisherige Lehrer F. Gigon das
Collège verlassen hatte und der neue Verntwortliche
T. Huber „wie eine Jungfrau zum Austauschkind“ kam,
musste die ursprünglich für Ende August geplante
Woche kurzfristig verschoben werden. Dies ergab wiederum terminliche
Probleme im Solothurnischen, so dass wir uns auf ein gekürztes
Programm von drei Tagen, vom 18. bis 20. September 02, einigten.
Dieser Gegenbesuch war geprägt von einigen Museums-besuchen,
die glücklicherweise auch den Schülerinnen und Schülern
der 2d Bez und der 8 VSB gefielen, da hat die Region des Lavaux
in dieser Hinsicht wirklich einiges zu bieten , und von der
Schlussfete, die vor allem unserer Schülerschaft sehr
gefiel.
Nachfolgend einige Standpunkte von Schülerinnen und Schülern
zum Austausch, bunt gemischt :
- On était toujours divisés en deux groupes
!
- Ich habe einen netten Menschen kennen gelernt !
- Ma correspondante est cool !
- Alle Welschen sprechen viel zu schnell !
- Les Suisse-allemands dansaient les slows avec distance,
c`était un peu comme on était petits !
- Wenn meine Austauschpartnerin und ich alleine waren, sprachen
wir nicht so viel !
- Ich habe 23 neue Freunde gefunden !
- J`ai pu exercer mon anglais (et mon allemand) !
- Wir machten weniger Schule !
Alle beteiligten Eltern haben sich meiner Meinung nach sehr
Mühe gegeben und haben den exchange.02-Austausch wohlwollend
unterstützt. Für sie war ohnehin klar, was für
eine Chance so ein Zusammentreffen der (Sprach-) Kulturen
bietet.
Die unglücklichen Turbulenzen um die zweite Woche, den
Gegenbesuch, haben meine äus-serst positive Meinung zum
exchange.02-Projekt um einiges relativiert, doch glücklicherwei-se
haben wir uns durchgebissen und die ganze Sache noch zu einem
ordentlichen Abschluss gebracht. Für mich waren die Höhepunkte
eindeutig die Expo-Besuche und die daraus resultierenden,
angeregten Fachsimpeleien unserer Schüler/innen. Und
einmal mehr habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, Menschen
im jugendlichen Alter zueinander zu brin-gen, wie hoch die
Hürde einer anderen, ziemlich fremden Sprache ist, wie
viel Verständnis, Anpassung und Offenheit es für
jeden Einzelnen braucht, um mit Fremdem umzugehen. Und natürlich
haben die Schülerinnen und Schüler „etwas“
gelernt, hat sich ihre Sicht der Schweiz entwickelt, vor allem
durch die Begegnungen, doch sie haben sicher auch erlebt,
wie viel Bereitschaft es bräuchte, um seine dieselbe
Sprache sprechende Gruppe zu verlassen und auf einen Anderssprachigen
zuzugehen.
Die beiden Klassen stehen weiterhin miteinander in Kontakt
und schreiben sich gegenseitig und klassenweise alle vierzehn
Tage Briefe. Ein weiteres Treffen während der obligatori-schen
Schulzeit ist von allen Seiten her erwünscht.
Patrick Heri, Klassenlehrer 2d Bez
Derendingen/ Luterbach
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