Medienmitteilung    
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PROJEKTARBEIT KOMMUNIKATION

Weshalb Kommunikation?

Eines der drei Hauptthemen des Schüleraustauschprogramms EXCHANGE.02 ist der Thematik KOMMUNIKATION gewidmet. Weshalb, erklärt der Leiter dieses Teilprojekts.

Unsere Gesellschaft befindet sich derzeit in einem rasanten Wandel, dessen Stossrichtung sich deutlich als Übergang von der Industriegesellschaft zur Informationsgesellschaft abzeichnet. Das bedeutet zunächst einmal: Wirtschaft, Politik, Kultur, Freizeit, Unterhaltung sind zunehmend in globale Netze eingespannt, die ohne globale Kommunikation gar nicht funktionsfähig wären.

Ermöglicht hat diese globale Vernetzung nicht zuletzt die technologische Entwicklung der letzten zwei Jahrhunderte, die unter anderem die zwischenmenschliche Kommunikation revolutioniert hat wie nie zuvor. Neue Geräte, Codierungen, Transportwege und Multiplikationsmöglichkeiten haben die Art und Weise, wie die Menschen heute Informationen formulieren und gestalten, verpacken und senden, aber auch empfangen und verstehen, gegenüber früheren Jahrtausenden unerhört erweitert.

Drei Trends fallen dabei besonders auf:
  • Es gibt immer mehr Massenmedien, die den Menschen immer mehr Informationen auf immer vielfältigere Weise vermitteln; weltweit ist ein eigentlicher Medienmarkt entstanden.
  • Die Entwicklung verläuft immer schneller: Von der Erfindung des modernen Drucks mit beweglichen Lettern bis zur Entstehung einer Massenpresse verstrichen noch rund vier Jahrhundert; Computer und Internet dagegen haben sich innerhalb eines Jahrzehnts zu unentbehrlichen Kommunikationswerkzeugen entwickelt.
  • Es gibt - seit der Erfindung des Telefons - immer mehr Möglichkeiten, auch ohne physische Nähe persönlich zu kommunizieren.


Diese Entwicklung bricht nicht ab - im Gegenteil: Die rasante Verbreitung von Personalcomputern in der ganzen Welt und deren Verknüpfung durch das Internet hat innert weniger Jahre eine eigentliche neue Kommunikationskultur entstehen lassen, die sich mit den älteren Kommunikationsformen vernetzt und unseren Alltag dank seiner Informationsbreite und -tiefe und seiner interaktiven Potenzen nachhaltig verändern wird.
Dabei haben die neuen Medien nicht einfach - wie ursprünglich befürchtet - Arbeitsplätze vernichtet, sondern auch viele neue Arbeitsplätze und vor allem auch neue Berufe geschaffen. Bereits heute spricht man davon, dass über die Hälfte sämtlicher Werktätigen einer Arbeit nachgehen, die - im weitesten Sinn - mit Informationsübermittlung zu tun haben. Daher auch der Begriff «Informationsgesellschaft».

Dieser Informationsgesellschaft wohnen allerdings auch Gefahren inne, denen es zu begegnen gilt: das Auseinanderklaffen zwischen Informationsbesitzern und - habenichtsen etwa (knowledge gap), oder auch die Manipulation ganzer Völker mit Hilfe von Massenmedien, wie wir sie schon im Zweiten Weltkrieg erleben mussten.
Dass unter diesen Prämissen auch die Landesausstellung dem Thema KOMMUNIKATION einen zentralen Stellenwert einräumen würde, war schon jener Arbeitsgruppe von Anfang an klar, die sich als erste mit den Inhalten der künftigen Landesausstellung auseinandersetzte.

Klar war auch, dass KOMMUNIKATION in erster Linie zur Arteplage Biel-Bienne passte - aus guten Gründen nennt sich das vielsprachige Biel heute ja auch «Stadt der Kommunikation» (mehr dazu in den Unterlagen zum Workshop). Die Ausstellungsbesucherinnen und - besucher werden denn auch Biel gleich am Eingang der Arteplage mit einem der spektakulärsten Pavillons empfangen, der von der Swisscom gestaltet wurde und der das Publikum auf eine ganz ursprüngliche Weise daran erinnern wird, dass Leben Kommunikation ist - und dass mangelhafte oder fehlende Kommunikation das Leben auf unserem Planeten ebenso bedrohen kann wie die Beschädigung unserer Umwelt.

Wenn die Schule zum Leben vorbereiten soll, muss sie heute darum auch mehr denn je auch auf das Kommunizieren vorbereiten. Das war die Grundüberlegung, die die Initianten bewog, KOMMUNIKATION zu einem der Hauptthemen des Austauschprogramms EXCHANGE.02 zu machen.

Auf einfache und bescheidene Weise, aber mit konkreten Projekten, die möglichst viele Schülerinnen und Schüler einbinden und engagieren, sollen mit dem Besuch der Expo.02 Inhalte aus dem Bereich KOMMUNIKATION erlebbar gemacht werden. Die Lehrer und Schüler der Austauschklassen sollen sich dabei gemeinsam ein Thema erarbeiten – in einer anspruchsvollen, zweisprachigen Kommunikationssituation, die letztlich bewusst machen soll, dass die Schweiz von morgen, wie die Landesausstellung sie zur Diskussion stellen will, ohne gut funktionierende Kommunikation – ohne Verständigung – nicht überleben kann.
Werner Hadorn